Häufige Fragen zur IVH

Häufige Fragen Seit wann gibt es die IVH?

Seit 2005. Sie entstand parallel zur Stiftung Auswege für chronisch Kranke, mit der sie eng zusammenarbeitet.

Wie finanziert sich die IVH?

Ausschließlich aus Spenden.

Wofür werden Spenden benötigt?

Das erläutern wir hier.

Warum verlangen Sie nicht einfach Gebühren für Info- und Adressmaterial?

Weil wir für bedürftige Hilfesuchende, die jeden Euro umdrehen müssen, keine finanziellen Hürden aufbauen wollen. Lieber vertrauen wir darauf, dass keiner nimmt, ohne zu geben – sofern er kann.

Warum bekomme ich von der IVH nicht bloß Adressen, sondern ausführliche Informationen über jeden einzelnen Heiler und seine umstrittene Behandlungsweise?

Weil einer Adresse nicht anzusehen ist, wer dahintersteckt. Ziel der IVH ist es, Hilfesuchende möglichst gut darauf vorzubereiten, wer und was sie erwartet – und somit ihr Risiko zu verringern, böse Überraschungen zu erleben.

Wie bewerten Hilfesuchende das IVH-Angebot?

Erfreulich positiv. Seit die IVH Ende 2006 die Arbeit aufnahm, erhält jeder Hilfesuchende, der sich an sie wendet, zusammen mit Kontaktdaten und ausführlichen Porträts mehrerer Heiler einen 41teiligen Fragebogen, in dem Verlauf und Ergebnisse der Behandlung, das Verhalten des Behandlers, der Wert der vorab gebotenen Beratung detailliert beurteilt werden können. Aus der statistischen Auswertung ergeben sich reichlich Komplimente für das Auswahlverfahren der IVH und ihr Heilernetzwerk.Wie steht es beispielsweise um die Symptome unmittelbar nach der letzten Sitzung bei einem IVH-Heiler? Fast jeder dritte Behandelte versichert, er sei "völlig symptomfrei" (30,4 Prozent), jeder Fünfte erklärt, seine Beschwerden hätten immerhin "deutlich nachgelassen" (21,7 %), weitere vier Prozent erlebten zumindest "ein wenig" Linderung. Hielt dieser Zustand seither an? Bemerkenswerte 88 Prozent bejahen dies. 93 Prozent würden ihren IVH-Heiler uneingeschränkt "weiterempfehlen".

Weshalb weist die IVH auch auf Heiler hin, die bisher bloß "Anwärter" auf eine Aufnahme ins IVH-Netzwerk sind, also den Auswahlkriterien der IVH gar noch nicht genügen?

Nachdrücklich empfohlen werden von der IVH nur wenige Heiler, nachdem sie das erläuterte Aufnahmeverfahren bestanden haben.

Diese geringe Zahl bringt zwangsläufig mit sich, dass die IVH in manchen Regionen nur wenige oder überhaupt keine Heiler vermitteln kann. Dies zwingt manche Patienten zu weiten, zeitraubenden, oft teuren Reisewegen, die je nach Art und Schwere der Erkrankung recht beschwerlich, ja unzumutbar sein können. Weil es auch bei Geistigem Heilen kaum je mit einer einzigen Behandlung getan ist, sondern zumeist mehrere Sitzungen erforderlich sind, wünschen viele Patienten verständlicherweise Hilfe möglichst nahe an ihrem Wohnort.

Deshalb weist die IVH im beiliegenden Verzeichnis auf weitere Heiler/innen hin, ohne damit ein Qualitätsurteil zu verbinden. Diese Heiler gehören der IVH zwar (noch) nicht an, sind aber "Partner" der Stiftung Auswege. Das bedeutet zunächst nichts weiter, als dass auch ihnen das Schicksal kranker Kinder besonders am Herzen liegt; manche von ihnen machen solchen Kindern spezielle Zusatzangebote (z.B. Meditationsgruppen, Behandlungen gratis oder zu deutlich reduzierten Sätzen.) Darüber hinaus bieten sie alle auch erwachsenen Patienten ihre Hilfe an.

Welche Anforderungen stellt die Stiftung Auswege an solche "Partner/ innen"?

Sie müssen

  1. mindestens ein Jahr Praxiserfahrung vorweisen können,
  2. mehrere glaubhafte, gut dokumentierte Berichte über bemerkenswerte Behandlungsergebnisse bei hartnäckigen chronischen Leiden einreichen, welche zuvor auf konventionelle medizinische Maßnahmen nicht angesprochen haben;
  3. sie erkennen den IVH-Ehrenkodex für geistig Heilende an (s. o.);
  4. sie sind mit einem "Screening" einverstanden, bei dem IVH/ Auswege-Beauftragte ihre Praxis aufsuchen, um dort Eindrücke zu sammeln - teilweise verdeckt, als vorgebliche Hilfesuchende.

Die meisten haben bereits eine Aufnahme in die IVH beantragt; vereinzelt stehen sie kurz davor, während andere noch ziemlich weit davon entfernt sind. Ein "Partner" muss kein schlechterer Heiler sein als ein Mitglied des IVH-Netzwerks - es ist ihm bloß noch nicht gelungen, die IVH von seinen Qualitäten zu überzeugen, und dieses Manko hat mitunter Gründe, für die der Betreffende gar nichts kann. Beispielsweise sammelt ein Heiler im IVH-Bewertungserfahren Pluspunkte, wenn er mit einer Arztpraxis, einer Klinik oder einer anderen medizinischen Einrichtung kooperiert; darum bemüht sich ein Großteil unserer "Partner", die meisten allerdings vergeblich, weil dort, wo sie wohnen, kein Vertreter eines anerkannten Heilberufs für eine solche Zusammenarbeit offen ist. IVH-Pluspunkte sind auch bei erfolgreicher Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie zu erzielen - doch solche Studien sind rar, entsprechend selten sind Gelegenheiten für Heiler, sich auf diese Weise auszuzeichnen. Ebenfalls berücksichtigt wird im IVH-Bewertungsverfahren, wenn ein "Partner" von einem herausragenden Heiler empfohlen wird, der bereits dem IVH-Netzwerk angehört - doch bei der geringen Zahl von IVH-Heilern sind die Chancen nicht gerade hoch, einen solchen zu kennen und zu einer Empfehlung zu veranlassen. Ausgleichen können "Partner" solche Handicaps, indem sie der IVH eine möglichst große Zahl von gut belegten Heilungsverläufen einreichen; allerdings scheitert solches Dokumentieren nicht immer nur an mangelnder therapeutischer Befähigung, sondern auch an fehlender Kooperationsbereitschaft von Patienten, deren Ärzten und Kliniken. Mit diesen Einschränkungen spricht nichts dagegen, dass ein Patient Kontakt zu einem Auswege-"Partner" aufnimmt, wenn in seiner Nähe kein IVH-Heiler praktiziert.

Ein Großteil der Heiler, welche die IVH empfiehlt, wohnt mehr oder minder weit entfernt von meinem Wohnort – was nützt mir das?

Nicht die räumliche Nähe, sondern die therapeutische Befähigung und Vertrauenswürdigkeit sollte für Patienten das ausschlaggebende Kriterium sein. Suchen Sie nicht bloß nach Heilern in der Nähe Ihres Wohnorts, denn: Viele Heiler bieten Fernbehandlungen an - dabei spielt die geografische Distanz keine Rolle. Zum Für und Wider des "Fernheilens" hier klicken. Manche wären bereit, zu vergleichsweise geringen Kosten zu Ihnen zu reisen, um Sie über einen längeren Zeitraum intensiv zu betreuen. Oft wohnen sie auch in Gegenden, die durchaus einen Urlaub wert wären. Sprachbarrieren ließen sich in vielen Fällen überwinden: Manche ausländischen Heiler sprechen Deutsch oder zumindest Englisch, andere können einen Dolmetscher anbieten.

Argumentiert die IVH nicht zu einseitig? Rückt sie mit ihrer Szenekritik, aber auch mit ihrem Auswahlverfahren nicht zu einseitig den Behandler in den Vordergrund? Indem sie gewisse Heiler als "herausragend" bezeichnet - kultiviert sie damit nicht das Vorurteil vom Gesundmacher, dem Kranke getrost ihre Genesung überlassen können, und leisten einem irreführenden Heilungsmodell Vorschub?

Zur therapeutischen Beziehung gehört schließlich auch der Patient, er entscheidet mit über den Behandlungserfolg. Was sollte der fähigste Heiler ausrichten können, wenn der Behandelte verschlossen und misstrauisch bleibt, sich für die "heilenden Energien" nicht öffnet, an ungesunden Einstellungen und Gewohnheiten festhält? "Jegliche Heilung ist letztlich Selbstheilung", so wird betont.

Das ist in einem Sinne trivial, in einem anderen, gehaltvollen Sinne kein Grund, auf die Bewertung von Heilern zu verzichten.

Trivial ist es insofern, als kein Vorgang stattfinden kann, ohne dass etwas oder jemand existiert, an oder in dem er sich vollzieht. Ebenso stimmt es, dass "letztlich" alles Wachstum Selbstwachstum, jeder Zerfall Selbstzerfall, jede Verfärbung Selbstverfärbung ist. Was nach einer tiefen philosophischen Einsicht klingt, entpuppt sich als eine sprachlogische Selbstverständlichkeit, eine begriffsanalytische Binsenweisheit.

Gehaltvoll wird das Betonen des Selbstheilungaspekts dann, wenn es dazu dient, ein irreführendes Modell Geistigen Heilens abzuwehren: eines, das Behandlungserfolge in die Nähe eines "Uri-Geller-Effekts" rückt. Geistiges Heilen ist keine Psychokinese, die auf bestimmte Körperteile "zielt", um darin Veränderungen zustande zu bringen, ganz ohne Zutun des Behandelten. Es kann nur anregen, Impulse geben - ob und wieviel dadurch in Gang kommt, hängt von zahlreichen Faktoren ab, die zum Großteil im Patienten selbst liegen. Wie Sie in der empfohlenen Literatur über Geistiges Heilen (s. "Infos") nachlesen können, sehen auch wir in dem, was Heiler tun, Anstöße auf psychologischer und physikalischer Ebene, die Selbstheilungsprozesse in Gang setzen, beschleunigen und verstärken können. Insofern ist es in der Tat letztlich der Patient, der sich selber heilt - er ist der eigentliche Heiler. Das ändert aber nichts daran, dass in Gegenwart mancher Heiler Selbstheilungsprozesse deutlich häufiger, rascher, nachhaltiger und bei schwerwiegenderen Diagnosen in Gang kommen als bei anderen. Diese Unterschiede hängen zweifellos auch mit Fähigkeiten zusammen, über die Heiler in recht unterschiedlichem Maße verfügen. Sie zu vergleichen, ist legitim, notwendig - und durchaus möglich. Faktoren als wechselseitig abhängige Teile eines Systems zu betrachten, erübrigt ja mitnichten die Frage, welchen Beitrag sie zum Ganzen leisten. Belächeln wir unseren Hausarzt, wenn er Lungen-, Herz-, Leberfunktionen prüft, ungeachtet des Umstands, dass kein Organ außerhalb eines Organismus arbeitet, in dem alles mit allem zusammenhängt?

Dass der Selbstheilungsaspekt innerhalb der Heilerszene neuerdings vehementer hervorgehoben wird denn je, scheint mir eher bloß ein weiteres Symptom ihres Qualitätsverfalls. Für immer mehr "Heiler" erfüllt es nämlich eine bequeme Schutzfunktion: "Wenn ich nichts oder zuwenig zustande bringe, liegt das nicht an mir", sondern am Patienten: seinem Karma, seiner mangelnden Offenheit, seiner spirituellen Unterentwicklung, seinen energetischen Blockaden. Weil sich solche Hemmnisse stets herbeispekulieren lassen, immunisieren sie Heiler gegen jedwede Kritik. Von diesem rhetorischen Winkelzug sollten sich Patienten nicht beeindrucken lassen, zumal er in der sonderbaren Rechtslage, die das Bundesverfassungsgericht 2004 für Geistheiler geschaffen hat, eher ein durchsichtiges Manöver zu dem Zweck darstellt, sich juristische Scherereien zu ersparen. ("Als Heiler heile ich eigentlich gar nicht, sondern rege Andere dazu an, sich selber zu heilen.")

Für den Hilfesuchenden fatal ist, dass ihm die Selbstheilungsrhetorik letztlich die alleinige Verantwortung zuschiebt, wann immer eine "Geistheilung" misslingt. Schlimmstenfalls verlässt er die Heilerpraxis nicht bloß ebenso krank und ein wenig ärmer als vorher - obendrein muss er sich nun auch noch schuldig fühlen.

Ein zweiter rhetorischer Kunstgriff, um "Heilern" eine peinliche Konfrontation mit ihren Misserfolgen zu ersparen, geht von einer durchaus wichtigen und nötigen Unterscheidung aus, welche in der technisch-naturwissenschaftlich fixierten Medizin der Neuzeit zu kurz gekommen ist. "Behandeln ist etwas anderes als heilen", so brachte der US-Kardiologe Bernard Lowen sie auf den Punkt (in Die verlorene Kunst des Heilens. Anleitung zum Umdenken, Stuttgart 2002): "Ersteres bezieht sich auf ein schlecht funktionierendes Organsystem, letzteres aber auf ein leidendes menschliches Wesen." Eine beliebte Verteidigungsstrategie für mediokre Heiler wird daraus folgendermaßen: "Beim Geistigen Heilen geht es uns gar nicht in erster Linie darum, Organschäden, Funktionsstörungen und Beschwerden zu beseitigen - sondern einen Hilfesuchenden ‚heil' und "ganz" zu machen. Dieses Heilwerden ist ein langwieriger, inwendiger Prozess, der von Symptomlinderung begleitet sein kann, aber keineswegs muss; er vollzieht sich zumindest teilweise auf Ebenen, die der Beobachtung, und erst recht der kritischen Überprüfung, entzogen sind." Demnach kann "Heilung" auch dann stattfinden, wenn äußerlich nichts darauf hindeutet; und falls nicht einmal der Behandelte selbst etwas davon merkt, so läuft der mutmaßliche Transformationsprozess eben "unbewusst" ab, oder er setzt erst in fernerer Zukunft ein, oder zumindest könnte er unter bestimmten Umständen einsetzen. So betrachtet, kann Heilern unmöglich nachgewiesen werden, dass sie auch nur in einem einzigen Fall zuwenig bis gar nichts erreicht haben. Und diese komfortable Form von Immunität ist es, was die meisten von ihnen immer dringender benötigen, um weiterhin guten Gewissens in den Spiegel, aufs eigene Geschäftskonto und in die Befundakten ihrer Klienten schauen zu können.

Ist Herr Wiesendanger denn auch telefonisch zu erreichen?

Leider nein, da überlastet. Weil ihn zuviele Hilfesuchende sprechen möchten, müsste er von morgens bis abends durchgehend Telefondienst leisten – an Arbeiten wäre dann nicht mehr zu denken.